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Risk Map 2025: Die gefährlichsten und sichersten Reiseländer

Welche Länder gelten als sicher? Und auf welche Reiseziele sollten wir im Jahr 2025 eher verzichten? Die Risk Map gibt einen Überblick für den nächsten Urlaub.

Datum 12.01.2025

Schwere Kriege, bewaffnete Konflikte und Terroranschläge erschüttern Menschen rund um den Globus. Immer wieder verändert sich die Weltlage, politische Krisen spitzen sich zu. Zuletzt hatten etwa die Kriege in Nahost, Syrien, Myanmar oder der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verheerende Folgen für die Menschen vor Ort. Die Ausmaße dieser Kriege sind derweil auch in zahlreichen anderen Ländern, insbesondere den benachbarten, zu spüren. 

Längst stehen aber nicht mehr nur gesellschaftliche Entwicklungen im Fokus der Risikobewertung. Auch der Klimawandel spielt eine zunehmend bedeutende Rolle, wenn es um die Sicherheit geht. Hitzewellen, Trockenperioden, Wassermangel, Waldbrände und Überschwemmungen enden für Einheimische ebenso wie für den lokalen Tourismus nicht selten in einer Katastrophe. Darüber hinaus sind in vielen Ländern weiterhin queere Personen Diskriminierungen ausgesetzt und gefährdet. 

Welche Länder stehen für den Urlaub 2025 überhaupt noch zur Auswahl? Wer noch unsicher in Sachen Reiseplanung ist, kann vorab einen Blick auf die aktuelle Risk Map werfen. 

Was ist die Risk Map?

Das Unternehmen A3M veröffentlicht jährlich seine Risk Map 2025, die einen groben Überblick über das Sicherheitsrisiko in allen Ländern der Welt gibt. Dieses Sicherheitsrisiko wird in fünf verschiedenen Farben dargestellt – dabei steht Rot für ein sehr hohes Risiko, Orange für ein immer noch hohes Risiko. Es folgen die gelb markierten Länder als Urlaubsorte mit mittlerem Risiko und hellgrün sowie dunkelgrün markierte Länder als Orte mit niedrigem bis sehr niedrigem Risiko. Manchmal werden auch einzelne Regionen von Ländern etwa in Dunkelrot markiert, während andere Bereiche kein ganz so hohes Risiko aufweisen. 

Auch andere Unternehmen, etwa Safeture und Riskline, liefern jedes Jahr eine Karte mit einer Übersicht über die Reisesicherheit aller Länder. Je nach Unternehmen und somit Aspekten, die in die Bewertung einfließen, kann die Karte unterschiedlich aussehen. Wir haben uns für die Risikobewertung von A3M entschieden, weil sie deutlich nuancierter ist und mehr Faktoren einberechnet. 

Gefährliche und sichere Reiseländer: Welche Faktoren werden einbezogen?

Bei A3M werden folgende Kriterien für die Bewertung sicherer und unsicherer Reiseländer herangezogen: 

  • Ein- und Ausreise
  • Transport vor Ort
  • Streiks und ihre Auswirkungen
  • Infrastruktur
  • Gesundheit
  • Naturgefahren und Umwelt
  • Sicherheit (Kriminalität, Demonstrationen und Unruhe, Terrorismus, bewaffneter Konflikt)
  • Wirtschaftssicherheit
  • Spezialrisiken (dazu gehören kulturelle Besonderheiten, LGBTQ+-Rechte, Sicherheit für weibliche Reisende, strafrechtliche Besonderheiten und sonstige Risiken)

Kritisch zu sehen ist beispielsweise, dass LGBTQ+-Rechte und die Sicherheit weiblicher Reisende unter dem Konglomerat „Spezialrisiken" mit verschiedenen anderen Aspekten zusammengefasst werden. Wünschenswert wäre es, dass diesen Kriterien eine größere, beziehungsweise eigenständige Rolle in der Risikobewertung zukommt, insbesondere da weibliche und/oder queere Personen eine große Anzahl reisender Menschen ausmachen. Aber: A3M entwickelt auch regelmäßig Risk Maps, die LGBTQ+-Risiken auf besondere Weise einbeziehen. 

Urlaub 2025: Was sind die sichersten Reiseländer der Welt?

© A3M
Die Risk Map zeigt das Risiko für Reisende in fünf Kategorien an.

Auf einer Weltkarte können Urlauber Informationen über den Risikostatus jedes Landes einsehen. Nur wenige Ziele sind auf der Karte tatsächlich dunkelgrün markiert. Dazu zählen:

In diesen Ländern können Reisende also unbesorgt Urlaub machen. Sehr viele Länder, insbesondere im europäischen Raum, sind hellgrün markiert und bergen daher auch sehr wenige Risiken. Unter ihnen: Spanien, Italien, Deutschland, Polen, Österreich, Portugal, Frankreich und Schweden. Weiter weg und in der Regel unbedenklich als Reiseziel: die USA, Australien, der Oman, Japan, Namibia, Botswana, Alaska, Malaysia und Argentinien.

Welche Länder sollte man derzeit nicht bereisen?

Mehr als 30 Länder sind auf der Risk Map von A3M dunkelrot markiert, zumindest in Teilen. Vollständig dunkelrot markiert und daher mit größtmöglichem Sicherheitsrisiko sind diese Länder: 

  • Ukraine
  • Syrien
  • Israel
  • Palästina
  • Iran
  • Afghanistan
  • Libyen
  • Mali
  • Niger
  • Sudan
  • Jemen
  • Tschad
  • Burkina Faso
  • Zentralafrikanische Republik
  • Somalia

In großen Teilen als sehr gefährlich stufen die Sicherheitsexperten darüber hinaus Irak, Pakistan, Myanmar und Mauretanien ein. Andere Länder sind nur zum kleinen Teil dunkelrot markiert, aber der restliche Teil ist orange oder vereinzelt gelb markiert – das zeigt, dass die Gefahr hier generell nicht zu vernachlässigen ist. Dazu gehören unter anderem Russland, Papua-Neuguinea, die Philippinen, Algerien, Westsahara, Nigeria, Kolumbien und Venezuela. Eine Übersicht sehen Sie in der Karte oben. 

Diese Länder können und dürfen entweder gar nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen bereist werden. Die Sicherheitslage ist extrem angespannt. 

Risk Map 2025: Das sind die größten Veränderungen zu 2024

Die Risk Map von A3M zeigt auch, in welchen Länder sich die Sicherheitslage im Vorjahresvergleich am meisten verändert hat. Die deutlichsten Verbesserungen sind in Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, im Kosovo und in der Republik Moldau zu sehen. Verschlechtert hat sich die Sicherheitslage hingegen in Bolivien, Haiti, Iran, Libanon und Mexiko. Wichtig: Diese Verbesserungen oder Verschlechterungen alleine sagen recht wenig über das Risiko in den jeweiligen Ländern aus. Hierzu lohnt immer ein Blick auf die Risk Map sowie eine Recherche, etwa beim Auswärtigen Amt.

Ergänzende Hinweise: Sicherer Urlaub für queere Personen und aktuelle Entwicklungen

Wie oben beschrieben, geht die Map beispielsweise nicht im Einzelnen darauf ein, wie sicher das Reisen für Mitglieder der LGBTQ+-Community in den dargestellten Ländern ist (wenngleich es hierfür eine eigene Karte von A3M gibt). Weitere Orientierung bietet hier der Gay Travel Index, der mehr als 200 Destinationen unter der Berücksichtigung lokaler Gesetze und Lebensbedingungen für queere Menschen listet. Demnach gelten derzeit Malta, Kanada, Neuseeland, Spanien und Portugal als die fünf sichersten Länder für Mitglieder der LGTBQ+-Community. Kuwait, Libyen, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Nigeria, Russland, Somalia, Uganda, Jemen, Afghanistan, Tschetschenien, Iran und Saudi-Arabien bilden hingegen die traurigen Schlusslichter der Liste. Hier wird Homosexualität kriminalisiert und in der Regel schwer bestraft.

Ebenfalls keine Berücksichtigung finden tagesaktuelle politische Entwicklungen oder plötzlich eintretende Naturkatastrophen. Bevor Reisende ihren Urlaub buchen, empfiehlt sich daher ein Blick in die jeweiligen Reisehinweise des Auswärtigen Amtes. Auf der Webseite reagiert das Ministerium umgehend auf eine Veränderung der Lage vor Ort und informiert über Einreisebedingungen sowie nationale und lokale Risiken. 

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