Die 13 schönsten Sehenswürdigkeiten auf Menorca

Unbekannt ist Menorca nicht gerade – und doch zieht es die meisten Deutschen regelmäßig zur deutlich größeren Nachbarinsel Mallorca. Dabei besticht Menorca trotz der überschaubaren Größe mit atemberaubenden Buchten, ursprünglichen Naturlandschaften und pittoresken Dörfern. Ja, auch Menorca ist zur Hochsaison zwischen Juni und September stark frequentiert, doch es wird hier nicht annähernd so voll wie auf Ibiza oder Mallorca.
Einige Ecken des Eilandes genießen sogar heute noch Geheimtipp-Status – völlig zu Unrecht, mag man denken, wenn einem etwa die Cala Rafalet wie ein surreales Postkartenmotiv zu Füßen liegt.
Wir nehmen Sie mit zur unterschätzten Baleareninsel und zeigen, wo es auf Menorca am schönsten ist.
Cala Macarella und Cala Macarelleta

Als Schwester-Buchten könnte man diese beiden bezeichnen: die Cala Macarella und die benachbarte, kleinere Cala Macarelleta im Südwesten Menorcas. Sie gehören mit ihren Stränden zu den beliebtesten Badebuchten des Eilands, daher sind sie in der Hochsaison recht voll. Das tut ihrer Schönheit aber keinen Abbruch: Der Kontrast zwischen dem feinen, puderweißen Sand und dem türkisfarbenen, klaren Wasser ist betörend. Beide Buchten werden von Kalkstein und Kiefern gesäumt.
Sowohl zur Cala Macarella als auch zur Cala Macarelleta lässt es sich bestens wandern. Aber auch eine Bootstour ab Ciutadella bietet sich an. Parkplätze gibt es ebenfalls ganz in der Nähe. Doch Vorsicht: Wer die Bucht mit dem Auto ansteuern möchte, sollte die saisonalen Verkehrsregeln beachten. Um die Natur zu schützen und ein Verkehrschaos auf den schmalen Zufahrtsstraßen zu verhindern, ist die Zufahrt für private PKW in den Sommermonaten (einschließlich September) zeitweise gesperrt. In dieser Phase ist der Strand ausschließlich über die offiziellen Shuttlebusse (beispielsweise ab Ciutadella) zu erreichen. Es empfiehlt sich daher, die Bustickets vorab online zu reservieren.
Vor Ort können Besucher nicht nur schwimmen und sonnenbaden – auch zum Tauchen und Schnorcheln sind die beiden Traumbuchten gut geeignet. Empfehlenswert: Besuchen Sie beide Buchten und nutzen den Wanderweg Camí de Cavalls, um von einer zur anderen zu gelangen. Er gewährt grandiose Ausblicke auf das türkisfarbene Mittelmeer, das Wandernden hier zu Füßen liegt.
Binibeca

Dieses in Weiß getünchte und relativ junge Dorf – es entstand in den 1960er Jahren – wird häufig als das schönste auf ganz Menorca bezeichnet. Das hat sich herumgesprochen: Der Touristenansturm ist im Hochsommer teils so hoch, dass bereits über Maßnahmen zur Eindämmung nachgedacht wird. Eine ist schon länger umgesetzt: Es gibt festgelegte Besuchszeiten, spätabends etwa dürfen Touristen nicht mehr durch die Gassen wandeln. Außerdem haben viele Einwohner bereits Schilder mit deutlicher Botschaft an ihren Hauswänden angebracht: „Silenci si us plau” steht da, das ist Katalanisch für „Ruhe, bitte!”
Aus Respekt den Einwohnern gegenüber sollten Sie also vor Ort keinen Lärm machen und die zauberhaften weiß getünchten Häuser, die an Santorini erinnern – bis auf die Tatsache, dass ihnen die blauen Kuppeln fehlen – aus der Entfernung bestaunen. Zumindest so weit wie möglich: Die Häuserreihen sind eng, die kleinen Unterkünfte schmiegen sich aneinander und gewähren nur wenig Platz zum Durchkommen. Besonders frühmorgens oder unter der Woche lässt sich ein Binibeca-Besuch aber noch ohne Menschenmassen genießen. Dann bieten die malerischen, kopfsteingepflasterten Gassen, die hölzernen Balkone, auf denen die Einheimischen ihre Wäsche trocknen, und die Bougainvilleen, die sich an den Häusern entlang ranken, eine besonders idyllische Szenerie.
Direkt an Binibeca grenzt eine wunderschöne Bucht, in der kleine Boote dümpeln, das Wasser ist glasklar. Hier kann man auch baden. Gesäumt wird sie von zerklüfteten Felsen und vereinzelten Häusern, die auf der Klippe thronen. Ebenfalls sehr schön: Rund 15 Minuten zu Fuß entfernt breitet sich das Viertel Binibeca Nou mit dem gleichnamigen Sandstrand aus, hier liegt man weicher und von Pinien eingerahmt.
Übrigens: Die Menorcer nennen ihr Lieblingsdorf oft auch Binibèquer, auf den Straßenschildern finden Sie diese Bezeichnung.


Mahón

Heutige Hauptstadt und Hauptverkehrsknotenpunkt – hier landen alle Flugzeuge nach Menorca – ist die Stadt Mahón. Auf Katalanisch heißt sie Maó. Die Hauptstadt Menorcas blickt mittlerweile auf eine mehr als 3.000 Jahre alte Historie zurück; viele Jahre davon stand sie unter britischer Herrschaft. Deswegen steht auch die Architektur der Stadt an zahlreichen Ecken unter britischem Einfluss.
Auch in Mahón findet sich ein beeindruckender Hafen voller Boote und Yachten. Es handelt sich hierbei um den größten Naturhafen im Mittelmeer, er misst ganze 5,5 Kilometer in der Länge und ist an einigen Stellen 1,2 Kilometer breit. Die dazugehörige Promenade lockt mit guten Fischrestaurants und besonderen Aussichten aufs Mittelmeer. Vom Hafen aus blickt man direkt auf die Festung namens Fort Marlborough, die in einen Fels hineingebaut wurde.
Mindestens genauso beeindruckend ist aber die Altstadt, die sich auf einem Felsplateau über dem Hafen befindet. Zahlreiche kleine Boutiquen, süße Cafés und eindrucksvolle Museen machen Mahón zu einem Reiseziel für jeden. In der Altstadt finden sich einige der schönsten Sehenswürdigkeiten Mahóns, zum Beispiel die katholische Kirche Santa Maria de Maó oder die Plaza Colón, wo insbesondere am Abend geschäftiges Treiben herrscht, wenn die Restaurants und Bistros ihre Stühle nach draußen stellen.
Wer sich für archäologische Fundstücke interessiert, sollte das Museo de Menorca besuchen, das in Mahón ansässig ist. Eine Empfehlung für Kunstliebhaber ist außerdem das Teatre Principal de Maó am Rande der Altstadt; es ist eines der ältesten Opernhäuser in ganz Spanien.
Illa del Rei mit Hauser & Wirth Menorca
Wo früher englische Kriegskranke versorgt wurden, zieht heute internationale Avantgarde-Kunst ein: Die Illa del Rei im gewaltigen Naturhafen von Mahón blickt auf eine erstaunliche Wandlung zurück. Ihren royalen Namen trägt die kleine Insel bereits seit 1287, als König Alfons III. hier sein Lager für die christliche Rückeroberung aufgeschlagen hatte. Über Jahrhunderte prägte jedoch vor allem das 1711 unter britischer Herrschaft errichtete Marinehospital das Eiland. Um die hufeisenförmige Wendeanlage samt Kapelle und Nebengebäuden wurde es nach der Stilllegung allerdings lange still, bis ab 2004 ein Heer aus hunderten internationalen Freiwilligen das Verfallene zu restaurieren begann.
Den endgültigen Wendepunkt markierte das Jahr 2021, als die renommierte Schweizer Galerie Hauser & Wirth – mit Standorten von Zürich bis New York – das Areal als Kulturdestination neu erfand. Architekt Luis Laplace wandelte die historischen Nachbarbauten behutsam in rund 1.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche um. Statt imposanter Neubauten fügen sich nun acht Galerieräume nahtlos in die Natur ein. Im Außenbereich inszenierte der Landschaftsarchitekt Piet Oudolf einen Garten aus klimaangepassten Stauden, Gräsern und Thymian.
Das Konzept verbindet wechselnde, oft großformatige Schauen zeitgenössischer Kunst – wie etwa die von Rashid Johnson kuratierte Sommer-Ausstellung „Directionless“ (21. Juni bis 25. Oktober) – mit einem breiten Bildungs- und Veranstaltungsprogramm für Familien, Schulen und die lokale Community. Nach dem Galerierundgang lädt die hauseigene Cantina unter wilden Olivenbäumen zu menorquinischen Spezialitäten ein; ein Shop rundet das Ensemble ab.
Praktisch: Vom Anleger Moll de Llevant 61 in Mahón setzt ein Shuttleboot in nur 15 Minuten über. Während das Ticket für die Überfahrt zehn Euro kostet, ist der Zugang zum Kunstareal selbst kostenfrei.
Cova d'en Xoroi

Diese spektakuläre Naturhöhle liegt im südöstlichen Teil von Menorca, auf einem Felsplateau direkt an der Küste. Daher bietet die Cova d’en Xoroi fantastische Panoramen über das Mittelmeer. Das Besondere an dieser Höhle ist neben ihrer Lage aber auch ihre Funktion: Sie beherbergt eine Bar, die tagsüber geöffnet ist, und eine Disco, die zu Abend- und Nachtveranstaltungen einlädt. Essen gibt es vor Ort zwar nicht, dafür aber unterschiedliche Cocktails und andere Drinks. Für die Cova d’en Xoroi brauchen Besucher Tickets; der Preis richtet sich nach der Tageszeit und der besuchten Veranstaltung.
Übrigens: Die Höhle ist nach einem sagenhaften Mann namens Xoroi benannt – der Legende nach war er der einzige Überlebende eines Schiffsunfalls und schaffte es, über das Mittelmeer nach Menorca zu gelangen, woraufhin er Unterschlupf in eben dieser Höhle suchte.
Monte Toro

Mehr spektakuläre Ausblicke gibt es auf dem Monte Toro, mit 357 Metern der höchste Berg von Menorca. Auf Katalanisch wird er häufig auch El Toro genannt. Der Monte Toro erhebt sich im Zentrum von Menorca und gewährt Panoramen über beinahe das gesamte Eiland. Auch um diesen sehenswerten Ort rankt sich eine alte Legende: Angeblich soll hier einst ein Stier gelebt haben, der den Berg im Mittelalter bewachte („Toro“ ist das spanische Wort für Stier).
Sicher ist, dass ehemalige Siedler auf dem Monte Toro einen Wach- und Wehrturm errichtet haben, der heute noch als beliebte Sehenswürdigkeit gilt. Er ist zehn Meter hoch und inzwischen als Kulturdenkmal eingetragen. Besonders imposant ist aber das ehemalige Franziskanerinnenkloster aus dem 17. Jahrhundert, das auf dem Monte Toro thront und ihn gewissermaßen zu einem Pilgerort macht. Wer sich auf dem Gipfel stärken möchte, kann das im Restaurant Sa Posada del Toro tun. Der Monte Toro ist das perfekte Ziel für eine Wanderung. Auf den Gipfel kommen Reisende aber auch per Auto oder Fahrrad.
Cala Rafalet

Im Südosten der Insel, etwas nördlich vom Ferienort S’Algar, liegt die naturbelassene Bucht Cala Rafalet. Wer von S’Algar kommt und die Strandpromenade entlang läuft, sieht ihre Ausläufer bereits nach etwa zehn Minuten: Eine steile Klippe ragt ins Mittelmeer, bedeckt und eingerahmt von sattgrüner Vegetation – ein schöneres Fotomotiv findet sich selten. Um direkt zur rund zehn Meter langen Bucht zu kommen, müssen Reisende dann nochmals einen unwegsamen Pfad bestreiten, der über Felsen und Steine führt – das lohnt aber.
Unten angekommen, lässt es sich bestens entspannen, weil die Cala Rafalet noch nicht touristisch überlaufen ist. Tipp: Nehmen Sie Wasserschuhe mit, denn der Eingang ins Meer ist steinig. Außerdem ist der Wassereingang recht steil, für Kinder ist die Bucht daher nicht unbedingt geeignet.
Ciutadella de Menorca

Einst war Ciutadella de Menorca die Hauptstadt der Insel, bis sie im 18. Jahrhundert von Mahón abgelöst wurde. Noch heute ist Ciutadella die größte Stadt Menorcas – und damit immer noch einer der wichtigsten Orte des Eilandes. Hier finden Reisende einen Fährhafen, von dem regelmäßig Boote und Schiffe zu anderen Orten der Insel, aber auch zu den Nachbarinseln ablegen. Neben dem Naturhafen der Stadt – hier findet sich eine lebendige Promenade mit vielen Cafés und Bistros – ist insbesondere der historische Ortskern erwähnenswert, der mit zahlreichen altehrwürdigen Sehenswürdigkeiten punktet.
Den Eingang zur Altstadt bildet die Plaça des Born, die vom Rathaus gesäumt wird. Das Rathaus stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde von Josep Maria Sagnier gestaltet. Ein weiterer Hingucker ist ein schneeweißer, mehr als 20 Meter hoher Obelisk in der Mitte des Platzes. Er soll an den Angriff osmanischer Truppen im 16. Jahrhundert – und insbesondere an die gelungene Verteidigung der Stadt – erinnern.
In der Altstadt selbst ist vor allem die Kathedrale Santa Maria de Ciutadella, erbaut im Stil der katalanischen Gotik, sehenswert. Ursprünglich wurde sie im frühen Mittelalter auf dem Grund einer alten maurischen Moschee errichtet; später folgten einige Erweiterungen und Restaurierungen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind etwa die Plaça de la Llibertat, wo regelmäßig ein Fisch- und Fleischmarkt stattfindet, die von Palmen gerahmte Plaça d’Alfonso III und der Wehrturm Sant Nicolau.
Pedreres de s’Hostal

Wer vor den Toren Ciutadellas durch das Tor der Pedreres de s’Hostal tritt, spaziert nicht einfach an einem historischen Abbaugebiet vorbei – man steigt regelrecht hinab in die Baugeschichte Menorcas. Aus dem hier gewonnenen Marès, einem charakteristischen Kalksandstein, wurden über Generationen hinweg die Stadthäuser, Landgüter und Monumente der Insel errichtet. Auf rund sieben Hektar zeigt das Areal spektakulär, wie sich das Handwerk im Laufe eines Jahrhunderts gewandelt hat: Bis 1960 schlugen die sogenannten trencadors die Blöcke noch mit bloser Muskelkraft und Werkzeugen aus dem Fels. Da sie dem natürlichen Wuchs des Gesteins folgten, hinterließen sie eine organische, fast unterirdische Kraterlandschaft aus Höhlen, Nischen und schroffen Felswänden. Einen brachialen Kontrast dazu bildet der ab den 1960er-Jahren mechanisierte Bereich: Hier frästen Schienensägen bis zur Schließung 1994 gigantische, messerscharfe Kuben und rechtwinklige Wände im XXL-Format in die Tiefe.
Dass die monumentale Anlage nach einer kurzen Zwischennutzung als Gemüsegarten nicht verfiel, ist der Stiftung Líthica zu verdanken. Sie bewahrte das Industriedenkmal und verwandelte es in einen verwunschenen Kultur- und Landschaftsgarten. Tief am Grund der Schluchten herrscht ein geschütztes Mikroklima, in dem heute botanische Pfade und ein mittelalterlicher Garten blühen. Zum 20-jährigen Stiftungsjubiläum entstand im maschinell gefrästen Areal zudem das eindrucksvolle Laberint Mineral – ein an die Minotaurus-Sage angelehntes Labyrinth aus 3.000 geschichteten Trockensteinen. Im Sommer verwandeln sich die gewaltigen Sandsteinwände schließlich in die Kulisse für ein Open-Air-Theater und Konzerte.
Tipp: Am besten lässt sich das Gelände über den ausgeschilderten Rundgang erkunden – von den oberen Kanten aus bieten sich dabei grandiose Ausblicke und Fotoperspektiven auf das faszinierende Zusammenspiel von Stein und Natur.
Parc Natural de s’Albufera d'Es Grau

Seen und Sümpfe, eine rund zwei Kilometer lange Lagune, paradiesische Buchten mit einer wilden Küstenlinie und verwunschene Wälder: All diese Landschaften finden sich im Parc Natural de s’Albufera d’Es Grau im Nordosten von Menorca. Auf mehr als 5.000 Hektar Fläche erstreckt sich das wichtigste Schutzgebiet der Insel, das mehr als 100 Vogelarten und über 200 verschiedene Pflanzenarten beheimatet. Auch die benachbarte Insel Illa d’en Colom gehört zum eindrucksvollen Naturpark.
Wer auf Menorca zu Besuch ist, sollte sich eine Wanderung durch den Parc Natural nicht entgehen lassen – eine solch unberührte Naturlandschaft findet man selten. Das geschützte Gebiet war hauptverantwortlich dafür, dass die gesamte Baleareninsel bereits im Jahr 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Neben Schildkröten und Eidechsen finden sich hier heimische Vogelarten wie Teichrallen und Stelzenläufer. Andere, etwa Graureiher, überwintern im Parc Natural de s’Albufera d’Es Grau. Der Park verfügt über einige Beobachtungspunkte in angemessenem Abstand.
Außerdem gibt es ein Besucherzentrum, bei dem Reisende Spannendes über den Park und seinen Artenbestand lernen können. Das Zentrum bietet regelmäßig geführte Touren durch den Naturpark an.
Cala en Turqueta

Die Cala en Turqueta gehört zu den Bilderbuchbuchten im Süden Menorcas. Eingebettet in ein geschütztes Waldgebiet und flankiert von schroffen, teils zerklüfteten Felsen, öffnet sich hier ein feiner, heller Sandstrand, der sanft ins Meer übergeht. Das Wasser ist außergewöhnlich klar und schimmert in intensiven Türkistönen – ein Anblick, der fast zu perfekt wirkt. Der Name der Bucht scheint dazu zu passen, hat seinen Ursprung aber wohl in einer anderen Geschichte: Der Legende nach geht „Turqueta“ auf türkische Seeräuber zurück, die hier einst gelandet sein sollen.
Der Strand selbst ist etwa 100 Meter lang und durch Felsformationen in zwei Abschnitte gegliedert, was ihm eine besondere Struktur verleiht. Trotz ihrer natürlichen Schönheit ist die Cala en Turqueta kein abgeschiedener Geheimtipp mehr – gerade in den Sommermonaten wird es schnell voll. Die Infrastruktur bleibt aber reduziert. Wer hierher kommt, sollte vorbereitet sein – und den rund 20-minütigen Fußweg vom Parkplatz in Kauf nehmen, der stellenweise etwas anspruchsvoller ist.
Wichtig: Auch wenn sich vor Ort ein offizieller Parkplatz befindet, erfordert die Anfahrt mit dem eigenen Auto gute Planung. In den Sommermonaten und bis in den Frühherbst hinein ist die Zufahrt sehr stark reglementiert; sobald der Stellplatz seine Kapazitätsgrenze erreicht hat, wird die Zufahrtsstraße für den privaten Nachquerverkehr komplett gesperrt. Früh sein ist hier also oberstes Gebot.
Fornells

An der Spitze einer Landzunge im Norden Menorcas befindet sich das Fischerdörfchen Fornells. Geheimtipp-Status genießt Fornells nicht gerade, aber das ist auch verständlich: Wer könnte dem Signature Dish des Ortes, dem Langusten-Eintopf namens Caldereta de Langosta widerstehen? Oder sich der Atmosphäre der weiß gekalkten Häuser und des malerischen Hafens entziehen? Fornells ist ein Dorf mit langer Fischereitradition, doch mittlerweile ist der Tourismus genauso bedeutsam für die Menschen vor Ort. An der Hafenpromenade locken authentische Fischrestaurants, die Bucht Bahia de Fornells ist indes bestens geeignet zum Segeln und Windsurfen. Deshalb ist Fornells in den letzten Jahren zum Wassersportparadies von Menorca avanciert.
Das 1.000-Einwohner-Dorf entstand im 17. Jahrhundert; in der Altstadt lassen sich noch Sehenswürdigkeiten aus der Entstehungszeit bewundern – etwa die katholische Kirche Sant Antoni de Fornells. Etwas außerhalb vom historischen Ortskern thront das Castell Sant Antoni, eine ehemalige Verteidigungsanlage – und das älteste Überbleibsel der Stadt. Um die Anlage herum bildete sich Fornells ab dem 17. Jahrhundert.
Cala del Pilar

Wer den oft zitierten Postkarten-Look Menorcas mit puderweißen Stränden sucht, wird an der rauen Nordküste überrascht: Die Cala del Pilar empfängt Besucher mit einem fast surrealen Farbenspiel aus leuchtend gelb-rotem Sand, tiefblauem Meer und rostrot schimmernden Felsformationen. Dieses unberührte Naturjuwel liegt auf dem Areal des geschützten Landguts Alfurí de Dalt und offenbart eine völlig andere, wildere Seite der Insel.
Vergebens sucht man hier nach Strandbars, Liegen oder Sonnenschirmen – die Bucht ist frei von jeglicher touristischer Infrastruktur. Dass es hier selbst in der Hauptsaison vergleichsweise ruhig bleibt, liegt auch am beschwerlichen Zugang: Mit dem Auto kommt man schlichtweg nicht an die Küste. Vom ausgewiesenen Parkplatz am Camí del Pilar führt ein etwa zwei Kilometer langer Fußweg durch schattige Wälder und malerische Dünen direkt ans Meer – ein Ausflug, der sich ideal mit einer Etappe auf dem berühmten Inselrundweg Camí de Cavalls verbinden lässt. Wer noch sechs Minuten weiter Richtung Osten wandert, stößt zudem auf den Macar d’Alfurinet – einen spektakulären Uferabschnitt, der nicht aus Sand, sondern aus riesigen, kreisrund geschliffenen Kieselsteinen besteht.
Wichtig für die Ausflugsplanung: Da es vor Ort keinerlei Verpflegung oder Schattenplätze gibt, gehören ausreichend Trinkwasser, Proviant und Sonnenschutz zwingend in den Rucksack; feste Schuhe erleichtern den Marsch über die Felsen. Zudem liegt die unbewachte Bucht frei im windanfälligen Norden – bei starkem Seegang ist beim Schwimmen im Meer dringend erhöhte Vorsicht geboten.


