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Erleben

15 Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele rund um den Bodensee

Mediterraner geht's in Deutschland nicht: Der größte und zugleich schönste See erstreckt sich über drei Länder und wird so zum grenzenlosen Kulturraum. Wir zeigen die 15 schönsten Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele rund um den Bodensee.

Datum 01.04.2025

Der Bodensee hat viele Gesichter: Da wäre der Obersee mit seiner Weite und den Alpengipfeln, die im Hintergrund grüßen. Der Überlinger See ist ein halber Fjord, eng und tief, mit waldreichen Ufern. Am flachen Untersee gibt es zahllose Buchten und stille Winkel. Drei Länder und 33 Orte säumen die Ufer, von der lebhaften Universitätsstadt Konstanz über selbstbewusste Industriestandorte bis zu malerischem Fachwerk. 

Rund um den Bodensee laden Promenaden, Parks und Fußgängerzonen zum Flanieren ein, Cafés und Restaurants liegen dicht an dicht. Bewegungsfreudige wandern oder radeln die Ufer entlang und natürlich lädt das Gewässer zum Schwimmen, Surfen oder Segeln ein. Kulturfans hingegen können zwischen zahlreichen Burgen und Schlössern, Kirchen und Klöstern wählen. Bestens erkunden lässt sich das Ufer per Rad, Roadtrip oder mit den Dampfern der Reedereien. 

Welche besonderen Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten es rund um den Bodensee zu entdecken gibt, lesen Sie im Folgenden.

1

Lindau

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Wenn am Bodensee ein Ortsname auf „au“ endet, verbirgt sich dahinter meist eine Insel. Das gilt auch für das malerische Lindau. Mit dem historischen Altstadtkern, der unter Denkmalschutz steht, dem fotogenen Hafen samt Löwe und Leuchtturm und einem abwechslungsreichen Insel-Rundweg zieht das Städtchen ganzjährig viele Besucher an. In der zentralen Maximilianstraße und den umliegenden Gassen finden sich schmucke Bürger- und Handwerkerhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts mit Laubengängen, geschnitzten Fenstersäulen und Erkern. Sehenswert ist auch die Peterskirche, eines der ältesten Gotteshäuser im Bodensee-Raum.

Merian-Tipp: Auf dem Festland findet sich das grün beschattete Lindenhofbad. Seit den 50er-Jahren ist das „Lindi“ ein beliebter und kostenloser Ort zum Schwimmen, einen Drink nehmen und Alpenpanorama genießen. 

2

Schloss Montfort

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Ein beliebter Ausflugsort am Bodensee ist das Schloss Montfort.

Auf der Ruine einer alten Burg der Grafen von Montfort ließ Württembergs König Wilhelm I. dieses Schloss bauen, ein im maurischen Stil gestaltetes Lustschloss auf einer Landzunge. Der mit Zinnen verzierte Bau aus Tausendundeiner Nacht wurde zwischen 1861 und 1866 fertiggestellt. Heute ist im Schloss Monfort ein Lokal mit fürstlicher Seeterrasse untergebracht. Ist der Turm geöffnet, wird der Aufstieg mit einem fantastischen Bodensee-Blick belohnt.

Öffnungszeiten und weitere Informationen rund um das Schloss Montfort

3

Zeppelin-Museum

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Fliegende und historische Zeppeline kann man in Friedrichshafen bestaunen.

Die weltgrößte Ausstellung rund um die „fliegenden Zigarren“ finden Bodensee-Urlauber im Zeppelin-Museum Friedrichshafen. Im Haus geht es um weitaus mehr als die verunglückte Hindenburg, aktuell widmet sich das Museum zum Beispiel Videospielen und der Geschichte virtueller Realität. Originalgetreue Nachbauten, Experimentier-Stationen und ein Escape-Room laden ein, die Welt der Luftfahrtschiffe interaktiv zu erkunden. Die ständige Sammlung umfasst gut 1.500 Exponate.

Weitere Informationen rund um Preise, Öffnungszeiten finden Sie auf der Webseite des Zeppelin-Museum

4

Burg Meersburg

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Auf der Meersburg finden regelmäßig Märkte, Konzerte, Führungen und Lesungen statt.

Die Ursprünge der Burg Meersburg gehen angeblich bis ins 7. Jahrhundert zurück. Sicher ist: Wer heute das Tor durchschreitet, landet tief im Mittelalter. Es warten eine Burgküche, eine Folterkammer, Burgverliese, Stallungen und eine Waffensammlung. Hinzu kommen die Wohnstuben von Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Den imposanten Dagobertsturm zu besteigen, kostet extra – dafür gibt es die beste Aussicht der Stadt. Hinterher unbedingt das Burgcafé besuchen! Der Balkon ist traumhaft.

Mehr lesen Sie auf der Webseite der Burg Meersburg

5

Fürstenhäusle

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Das Fürstenhäusle beherbergt seit 1924 ein Museum.

Dieses Anwesen als Häusle zu bezeichnen, ist wohl schwäbisches Understatement. Im 19. Jahrhundert lebte und wirkte hier die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Die Räumlichkeiten im Biedermeierstil sind originalgetreu, der Blick auf den See ist bis heute ein Gottesgeschenk. 

Hier geht es zur Webseite des Fürstenhäusle

6

Schloss Salem

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Vom Kloster zum Schloss zum Internat: Schloss Salem

Bereits 1137 kamen Mönche nach Salem, schon bald entwickelte sich das Zisterzienserkloster zu einem Entwicklungsmotor der Region. Im 19. Jahrhundert machten die Markgrafen von Baden ein Schloss aus dem Klosterbau. Es gibt viel zu besichtigen: Am Münster wurde über hundert Jahre lang gebaut, von 1285 bis 1414. Um 1770 wurde eine klassizistische Innenausstattung hinzugefügt. Im Kaisersaal von Schloss Salem huldigen Gemälde und überlebensgroße Statuen den mächtigen Herrschern von einst. Doch auch der dazugehörige Park sorgt bei Besuchern für Begeisterung. Seit 1920 befindet sich auf dem Gelände ein renommiertes Internat. Wanderer können den etwa acht Kilometer langen Prälatenweg in Angriff nehmen, der von hier zur Wallfahrtskirche Birnau und am Affenberg vorbeiführt.

Öffnungszeiten, Preise und weitere Informationen rund um das Schloss Salem

7

Wallfahrtskirche Birnau

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Schmuckstück des Barock: die Wallfahrtskirche in Birnau

Die Wallfahrtskirche Birnau, praktisch gelegen direkt an der Uferstraße, ist ein echtes Barockjuwel und thront erhaben über dem Bodensee. Sieben Altäre und reicher Schmuck in bester Rokoko-Manier demonstrieren, wie die Kirchenfürsten einst Gottes Herrlichkeit vermitteln wollten. Der Grundstein der Marienkirche wurde 1747 gelegt, Bauherr war das Kloster Salem. Die Kirche sollte vor allem den vielen Pilgern Platz bieten, die hier herkamen, um eine Marienstatue von 1420 zu verehren.

8

Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

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Das Pfahlbaumuseum in Unteruldingen am Bodensee ist ein beliebtes Ausflugsziel.

In der Stein- und Bronzezeit lebten viele Menschen am Bodensee in Häusern auf Stelzen. Insgesamt wurden im gesamten Alpenraum 111 Fundstätten mit solchen Pfahlbauten von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Im Freilichtmuseum von Unteruhldingen können Besucher eine der größten Bronzezeitsiedlung zu sehen. Heute sind hier 23 Pfahlbauten aus der Zeit von 4000 bis 850 v. Chr. ausgestellt. Spuren der versunkenen Epochen wurden in Seen und Mooren gut konserviert, darunter Stoffreste, Holzschalen und Reste von Steinzeit-Mahlzeiten. Das „Archaeorama“ bietet zudem eine Multimedia-Show mit virtuellem Tauchgang.

Weitere Informationen auf der Webseite der Pfahlbauten Unteruhldingen

9

Insel Mainau

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Nicht nur die Blumeninsel Mainau, sondern auch zahlreiche weitere Orte am Bodensee laden auf ein vielfältiges Programm ein.

Als Blumeninsel ist die Insel Mainau bekannt – und tatsächlich fing hier vor mehr als 150 Jahren mit Blumen alles an. Damals ließ Großherzog Friedrich I. das parkähnliche Arboretum errichten, heute wachsen hier mehr als 500 Laub- und Nadelbaumarten, darunter besondere Exemplare wie die Himalaya-Zeder oder Mammutbäume.

Besucher können von Bucht zu Bucht schlendern, idyllische Sitzplätze mit Seeblick entdecken und das Palmenhaus besuchen. Auch für Familien mit Kindern lohnt ein Ausflug, etwa zum Mainau-Kinderland mit großem Spielplatz samt Pfahlbausiedlung, Teich, Flößen und Parcours. Alternativ wartet am Festland der „Erlebniswald Mainau“, ein Klettergarten, der das Ökosystem Wald begreifbar macht. 

Übrigens: Die Insel Mainau ist ein fürstlicher Familienbetrieb. Aufgebaut wurde dieser seit den 1930er-Jahren von Graf Lennart Bernadotte, der bürgerlich heiratete und somit aus dem schwedischen Königshaus ausschied. Ab den 1970ern gestaltete seine zweite Frau Sonja die Insel mit. An die schwedischen Wurzeln der Familie erinnert ein skandinavischer Shop mit Pippi-Langstrumpf-Malereien und Haferkeksen. 

10

Konstanz

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Uni-Stadt mit mediterranem Charme: Konstanz am Bodensee

Die Universitätsstadt Konstanz ist reich gesegnet, unter anderem mit einer 34 Kilometer langen Uferlinie, elegant verteilt auf Obersee, Untersee, Überlinger See und Seerhein. Hinzu kommt eine pittoreske Altstadt mit jahrhundertealten Gässchen und Plätzen, und überall wartet Historisches – von Pfahlbauern über Spuren der Römer bis zum mittelalterlichen Kirchenkonzil. Bunte Kultur und Gastronomie runden das Angebot ab: Die badisch-südländische, studentische Lebensfreude ist ansteckend.

Direkt am Hafen erinnert der mächtige Konzilsbau an die wichtigsten fünf Jahre der Stadt im 15. Jahrhundert. Auch die vorn am Ufer prangende Imperia-Statue, ein Wahrzeichen der Stadt, spielt auf diese Ära an. Am Münsterplatz ermöglicht eine Glaspyramide einen Blick in den Untergrund: Dort sind Reste eines spätantiken Römerkastells freigelegt, auch Führungen werden angeboten. Die Rheinbrücke ist eine weitere Attraktion: Unter ihren Bogen beginnt der Rhein – bei Flusskilometer Null.

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Thermen rund um den Bodensee

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Aus der Luft lässt sich die fantastische Aussicht der Bodensee-Therme erahnen.

Am Bodensee liegen gleich mehrere Thermen, die auch graue Tage verschönern: die moderne Bodensee-Therme in Konstanz samt Sommer-Freibad, die familienfreundliche Überlinger Therme sowie die Therme Meersburg, die für ihre Saunalandschaft bekannt ist. Eine weitere Wellness-Adresse gibt es in Radolfzell: die Sauna-Oase Bora. Alle Anlagen gewähren Besuchern einen grandiosen Ausblick auf den See.

Hier erfahren Sie mehr über die Bodensee-Thermen 

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Insel Reichenau

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Auf der Bodensee-Insel Reichenau wird unter anderem Gemüse angebaut.

Reichenau, die größte Insel im Bodensee ist ein echtes Schmuckstück – das fand auch die UNESCO und ernannte sie im Jahr 2000 zum Welterbe: Die Insel sei ein herausragendes Zeugnis dafür, welche religiöse und kulturelle Rolle ein großes Benediktinerkloster im Mittelalter spielen konnte. Gewürdigt hat die UNESCO auch die drei romanischen Kirchen der Insel.

Wer über den Damm nach Reichenau gelangt, wird verzaubert von der wunderschönen Pappelallee, die gleich spüren lässt, dass hier eine eigene Welt beginnt. Wer sich in die Geschichte der Insel vertiefen will, steuert die Kirchen oder das Museum Reichenau an. Ein Spaziergang führt zum Aussichtspunkt Hochwart mit seinem Teehäuschen.

Übrigens: Reichenau gilt als Gewächshaus Süddeutschlands. Jährlich werden hier rund 12.000 Tonnen Gemüse geerntet. Besucher decken sich mit Salaten ein oder genießen die regionalen Produkte vor Ort, zum Beispiel in der Reichenauer Salatstube. 

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Rheinfall Schaffhausen

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Der Blick auf den Rheinfall bei Schaffhausen ist atemberaubend – vom Ufer oder direkt aus dem Boot.

Nach der Schneeschmelze im Frühsommer ist er überwältigend, im wasserarmen Spätsommer bis zum Winter immer noch sehenswert: Europas größer Wasserfall, der Rheinfall nahe Schaffhausen. Etwa 23 Meter Höhenunterschied überwindet der Rhein an dieser Stelle und stürzt sich auf einer Breite von etwa 150 Meter die Felsen hinunter. Um die 1.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde können hier in Spitzenzeiten durchfließen. 

Schloss Laufen hoch über dem Südufer und das Schlössli Wörth mit kleinem Park unten am Becken des Nordufers rahmen den Rheinfall würdig ein. Diverse Aussichtsplattformen bieten spektakuläre Blicke. Vom Schlössli Wörth aus kann man mit dem Boot den frisch gefallenen Rhein überqueren oder Richtung Wasserfall fahren, bis zu einem Felsen in den tosenden Fluten – Gratis-Erfrischung über die Bordwand inklusive. Ein besonderes Schauspiel bietet sich, wenn der Rheinfall abends illuminiert wird.

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Kunsthaus Bregenz

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Der Schweizer Architekt Peter Zumthor entwarf den Künstlerhaus-Bau in Bregenz.

Das architektonische Bodenseehighlight ankert am österreichischen Ufer. Der Schweizer Stararchitekt Peter Zumthor zeichnet für das 1997 eröffnete Kunsthaus Bregenz verantwortlich, ein Glas-Stahl-Beton-Bau mit der halbtransparenten Fassade. Gezeigt werden Einzelausstellungen international renommierter Künstlerinnen und Künstler, zuletzt etwa die Venedig-Biennale-Gewinnerin Anne Imhof. 

Weitere Informationen zu Ausstellungen und Öffnungszeiten auf der Webseite des Kunsthaus Bregenz 

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Seebad Bregenz

Frisch herausgeputzt wird dieses Hallenbad im Mai 2025 wiedereröffnen. Architekturfans bewundern die Holzpyramidendecke, Kinder freuen sich über eine 77 Meter lange Indoor-Rutsche, Faulenzerinnen über den Saunabereich direkt am See samt 1.200 Quadratmeter großem Garten. Im See schwimmen geht natürlich auch. Die Energie wird, eine Ausnahme in Vorarlberg, durch Seewasser gewonnen. 

Preise und Öffnungszeiten auf der Webseite des Seebad Bregenz

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